KULTURSALON 39

„Parfüm ist wie die Liebe. Ein bißchen ist nie genug.“
Estée Lauder
29. April 2012, 19.30 Uhr im Furore Verlag, Naumburger Str. 40, 34127 Kassel

 

Über das Geheimnis des Duftes
Parfümeur Geza Schön

Musik:
Martin Wenning

Ks_39Einen unterhaltsamen Abend bereitete der in Kassel geborene Berliner Parfumeur Geza Schön den Gästen des Kasseler Kultursalons. Der 42-Jährige ist Parfumeur, einer der wenigen Selbstständigen in der Branche. Bereits im Alter von 13 Jahren konnte er mehr als hundert Düfte voneinander unterscheiden. Heute ist er dafür berühmt, ein Parfüm nur mit einem einzigen Duftstoff herzustellen. „Es ist wie beim Kochen“, so Schön. „Weniger Zutaten sind besser.“ Schöns Leidenschaft aber sind Düfte jenseits des Massengeschmacks, und das zeigte der seinem Publikum am Salonabend. Dabei lässt er sich gerne von ebenso außergewöhnlichen Menschen inspirieren. Das war schon vor Jahren so, als er gemeinsam mit der Künstlerin und Duftforscherin Sissel Tolaas die Gerüche verschiedener Berliner Stadtteile in Düfte übersetzte.

KULTURSALON 38

Kasseler Familien
Die Familie Rosenzweig in Kassel

11. Dezember 2011, 19.30 Uhr im Furore Verlag,
Naumburger Str. 40, 34127 Kassel

 

Thema: Franz Rosenzweig
Vortrag: Dr. Eva Schulz-Jander
Musik: Barbara Gabler, Cello, Regine von Lühmann, Kontrabass

Ks_38_rosenzweigDas Thema dieses Abends war die Familie Rosenzweig. Dr. Eva Schulz-Jander stellte die Familie und vor allem den berühmten Sohn, den Religionsphilosophen, Franz Rosenzweig vor. Die Familie Rosenzweig kam, wie so viele jüdische Familien in Deutschland aus dem Osten, aus Litauen. Assimilierte sich in Deutschland, entfernte sich vom Judentum und schaffte in drei Generationen den Aufstieg – vom Kerzenzieher zum international vernetzten Unternehmer. Kommerzienrat Georg Rosenzweig, Vater von Franz Rosenzweig, war Stadtverordneter und Inhaber der Lackfabrik Baumann und Rosenzweig in der Unteren Königsstr. 58. Franz Rosenzweig studierte Philosophie, promovierte mit einer Arbeit über Hegel, die heute noch ihre Gültigkeit hat und schrieb sein philosophisches Hauptwerk, Der Stern der Erlösung im Schützengraben des ersten Weltkrieges. Es wurden vier Spuren im Leben und Schaffen Franz Rosenzweigs verfolgt:

-Der Vorzug der Praxis vor der Theorie. Jeder Gedanke hatte Folgen im Leben des Philosophen;
-Die Dialogphilosophie. Franz Rosenzweig gilt als einer der
Begründer der Dialogphilosophie;
-Die Auseinandersetzung mit Judentum und Christentum.

1922 erkrankte Franz Rosenzweig an Lateralsklerose. Aber selbst diese Krankheit, die ihn ans Bett fesselte und total lähmte, konnte seinen regen Geist nicht lähmen. Er übersetzte, gemeinsam mit Buber, einen großen Teil der hebräischen Bibel ins Deutsche, führte eine rege Korrespondenz, und blieb weiter im „Gespräch“ mit den Freunden. Er starb 1929, 43-jährig, in Frankfurt. Seine Frau Edith und sein Sohn Rafael konnten dem Holocaust entkommen und flohen nach Palästina.

KULTURSALON 37

Licht und Schatten  
Schrift und Sprache
2. Juli 2011, 19.30 Uhr im Furore Verlag,
Naumburger Str. 40, 34127 Kassel

Die Künstlerin Carola Ruf im Gespräch mit Eva Schulz-Jander

Musik: Buch der Klänge von HANS OTTE, gespielt von JI-YOUN
SONG.

Ks_37_cola_sander„Heute Abend werden wir etwas mit Ihren Wahrnehmungsebenen spielen, sie etwas durcheinander wirbeln. Licht und Schatten, Schrift und Sprache, Buch der Klänge. Und dazu haben wir zwei Frauen eingeladen die Musikerin JI-YOU SONG und die bildende Künstlerin CAROLA RUF. Die Künstlerin CAROLA RUF ist, ihre Sprache verrät es, in Heilbronn geboren und studierte anfangs ganz brav in Freiburg Sport und Germanistik, nach dem Referendariat machte sie auch noch das 2. Staatsexamen, aber während dieser Zeit geschah es, der Wandel von der braven Oberstudienrätin in spe zur Künstlerin. Sie verbrachte 4 Monate in Guatemala und lernte dort die indianische Textilkunst bei indianischen Weberinnen kennen. 1987 kam sie nach Kassel, und Kassel ist die Stadt, die die Menschen verwandelt, und prägt, hier traf sie die Künstlerprofessoren: Adolf Buchleiter, Alf Schuler, El Atar und Carola Ruf, wie wir sie kennen, ward geboren. Danach folgten 2003 die Förderung durch die Dr. Wolfgang Zippel Stiftung; 1996 ein DAAD Stipendium in Japan, und 2004 die Einladung als Artist in Residence in VALPARAISO, Spanien. Von allen diesen Stationen finden wir Spuren in ihren Arbeiten, angefangen von der Germanistik, über die Guatamaltekischen Weberinnen, der Aufenthalt in Japan, der Kontakt mit den Sprachen – Spanisch, Japanisch, Englisch, alles können wir heute hier entdecken. Erwähnen möchte ich nur noch, dass Carola Ruf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen hatte und haben wird, Projekte wie Kunst am Bau sind ihr nicht fremd. Nach diesem langen Vorspann gilt es nur noch Dich Carola, ganz, ganz herzlich im 37. Kultursalon Willkommen zu heißen. So nun sind Sie hoffentlich neugierig geworden und wollen mehr sehen. Carola Ruf wird uns jetzt einen kurzen Film zu der Installation, Schattentöne die einige von Ihnen vielleicht 2003 in der Neuen Galerie gesehen haben, zeigen.“
Eva Schulz-Jander

Ks_37_1_cola_pianistinÜber JI-YOUN SONG: „JI-YOUN SONG ist in Seoul, Süd-Korea geboren und ich glaube sie war schon immer mit der Musik verwoben, mehrmals war sie die erste Preisträgerin des landesweiten Wettbewerbes „Jugend musiziert“ in Korea und kam 1996 nach Deutschland zum Musikstudium erst in Kassel, dann in Detmold, wo sie ein Aufbaustudium „Neue Musik“ begann. 2004 war sie Stipendiatin der Internationalen EnsembleModern Akademie mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Da passt sie unbedingt in unsere Tradition mit BARBARA HELLER, ZIPPI FLEISCHER, BARBARA BRAUCKMANN etc. etc. Die Vermittlung von Neuer Musik ist ihr wichtig und einigige von Ihnen haben Sie vielleicht schon in der Reihe achtmal alte brüderkirche gehört.“
Eva Schulz-Jander