KULTURSALON 47

Der türkische Messias und seine Anhänger
Sonntag, 24. Juli 2016, 12:00 Uhr im Furore Verlag, Naumburger Str. 40, 34127 Kassel

 

Dr. Eva Schulz-Jander im Gespräch mit Prof. Dr. Micha Brumlik Franz-Rosenzweig-Gastprofessor der Universität Kassel Sommersemester 2016

Musikalische Einwürfe Chasan Daniel Kempin

v.l.n.r. Dr. Eva Schulz-Jander, Chasan Daniel Kempin, Waltraud Wesselmann, Prof. Dr. Micha Brumlik und Renate Matthei
v.l.n.r. Dr. Eva Schulz-Jander, Chasan Daniel Kempin, Waltraud Wesselmann, Prof. Dr. Micha Brumlik und Renate Matthei

Ich möchte die heutigen Gäste Prof. Dr. Micha Brumlik, Rosenzweig-Gastprofessor 2016 und Chasan Daniel Kempin ganz herzlich begrüßen.  Was ein Professor ist, wissen Sie alle aber ein Chasan ist vielleicht nicht allen bekannt.  Es ist die hebräische Bezeichnung für den Vorbeter bzw. Kantor in der Synagoge. Micha Brumlik, den Publizisten, Erziehungs-wissenschaftler und Querdenker vorzustellen ist nicht einfach, es gibt so viele Gebiete, auf den er aktiv ist, so viel zu sagen. Er ist jemand, der sich einmischt in die politischen und gesellschaftlichen, die religiösen und kulturellen Debatten.  Dies geschieht auf der akademischen Ebene ebenso wie publizistisch in den Medien, Zeitungen, Radio, Fernsehen. Seit ich mich erinnern kann ist er aktiv im christlich-jüdischen, interreligiösen Gespräch. Geboren in der Schweiz, aufgewachsen in Frankfurt / Main, studierte er Pädagogik, Philosophie und Soziologie in Israel und Frankfurt, war an den Universitäten in Göttingen und Mainz, Assistenzprofessor in Hamburg, Prof. in Heidelberg, Direktor des Fritz-Bauerinstituts 2000 bis 2005, und von 2000-2013 Prof. in Frankfurt. Ein Teil seines Wirkens, der andere Teil der politische und publizistische – von 1989-2001 Ks_47_1Stadtverordneter in Frankfurt für die GRÜNEN, er mischt sich ein in gesellschaftspolitische Debatten: als Gastautor bei mehreren Zeitungen, veröffentlicht Sachbücher, Essays, ist Herausgeber einer Zeitschrift.  Bekannt als eine wichtige jüdische Stimme aus und in Deutschland.
Und Chasan Daniel Kempin?  Die melodisch-jüdische Stimme in und  aus Deutschland. Geboren in Deutschland, aufgewachsen in Darmstadt studierte anfangs klassische Gitarre und Musik in Darmstadt, anschießend Judaistik in Frankfurt und Jerusalem, wo er bereits eine Sammlung von rund 6000 jiddischen Liedern anlegte.  Daniel Kempin ist ein mutiger Musiker. Während der irakischen Raketen-Bombardements auf Israel im Golfkrieg war er dort und flog nicht zurück ins sichere Deutschland, sondern blieb bei seinen Freunden. In England und Israel besuchte er Sprachkurse in Jiddisch. Seit 1983 gibt er auch international Konzerte mit jüdischen Liedern, unter anderem in der Schweiz, in Luxemburg, Großbritannien, Polen, Russland, Litauen, Lettland, Israel und den USA. Und hat mit Kursen und Workshops zur Tradierung des Jiddischen Liedgutes beigetragen. Und heute ist er zu uns gekommen, in unseren Salon.

Wir laden Sie ein, die Gelegenheit zu nutzen sich über das Erlebte und Gehörte miteinander und natürlich mit unseren Gästen zu unterhalten. Hören wir Ihnen nun zu, den jüdischen Stimmen.